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Um Euch etwas mehr über Traumschall und dessen Background erzählen zu können, habe ich ein kleines Interview mit mir selbst geführt. Klingt schizophren, ist aber gut.

Hallo, Herr Traumschall. Freut mich sehr, dass Sie die Zeit haben, uns etwas mehr über sich und Ihr Projekt zu erzählen.

Ja, gerne. Kein Problem. Jetzt aber nicht rumtrödeln, sondern fragen.

Seit wann machst Du Musik?

Hab ich gesagt, dass Du mich duzen darfst?

Entschuldigung. Seit wann machen Sie Musik?

Angefangen hat alles im März 1995.

Und wie kam es dazu?

Es war ein Schulprojekt im Musikunterricht. Aufgabe war es, entweder ein Musikvideo zu drehen, ein Stück auf einem Instrument vorzuspielen oder ein Lied zu komponieren. Da ich weder eine Videokamera besaß, noch ein Instrument spiele, blieb nur das Komponieren übrig.

Und wie haben Sie das gemacht?

Ein Bekannter brachte mir damals die Sharewaresoftware Oktamed für meinen Amiga 2000 mit. Die bot nicht gerade viele Möglichkeiten. Vier Spuren und nur wenige Samples.
Das klang aber damals schon gut, oder?
Ne. Aber es hat Spaß gemacht!

Wie ging es dann weiter?

Damals war es was besonderes, dass jemand daheim am Computer Musik macht und die Leute fanden es witzig. Also habe ich weitergemacht, weil ich das Ziel hatte, Musik zu machen, die genau so gut auch gekauft sein könnte.

Welche Werkzeuge haben Sie damals verwendet?

Zunächst kam der umstieg auf den PC. Damals war das alles noch DOS-basiert. Ich hab mir dafür eine Sharewaresoftware besorgt, die ähnlich wie Oktamed für den Amiga war. Das Gequäke, das dabei rauskam, war aber bestenfalls tauglich für Super-Mario-Land.

Hieß Ihr Projekt damals schon Traumschall?

Nein, damals nannte ich mich DJ M. Das kam daher, dass ich im Urlaub beim Zelten immer neben dem Radio saß und die Kassetten wechselte. Also war ich der DJ M. (M wie Meschenmoser).

Und daaaaan?

Irgendwann hieß es dann, es gäbe Soundkarten, die ganz tolle Klänge mit on board hätten. Zack, alles Ersparte zusammengepackt und eine Soundblaster ASP 32 gekauft. Von da an arbeitete ich ca. 1 Jahr mit einer Sequenzersoftware namens Midi-Orchestrator und Midi. Jetzt klang das Ganze schon etwas besser. Aber da ich mit dem damaligen Techno-Hype mitziehen wollte, war der Sound, der dabei herauskam zu flach und nicht wirklich packend. Als ich mich dann schlau gemacht habe, was eigentlich die Profis für ihren Sound verwenden, hörte ich zum ersten Mal das Wort „Synthesizer“.

Synthesizer?

Ja, Synthesizer. Übrigens gefällt mir Dein Tonfall nicht. Und jetzt unterbrich mich nicht! Also nahm ich wieder all mein Erspartes und kaufte mir eine Korg M1. Gekoppelt mit dem Midi-Orchestrator war das ganz okay, jedoch waren die Drumsets nicht wirklich geeignet für Techno. Dann kam der Roland MC303 heraus und begeisterte mich vom ersten Augenblick an. Wamm, das Sparschwein mit Hamer und Meißel bearbeitet und einen MC303 gezockt. Jetzt konnte es richtig losgehen. Der Sound war gut und das Gerät machte richtig Spaß. Zum ersten Mal konnte ich meine Musik auch meinen Freunden vorführen, ohne mich dafür schämen zu müssen. Mit dem 303 machte ich sogar ein paar Life Acts bei Schulbällen, was recht gut ankam. Jetzt war mir der Name DJ M etwas zu matt. Also musste ein Neuer her: the Shriek!

Gibt es eine CD von the Shriek aus dieser Zeit.

Ja, ein Bekannter, der heute Mitglied von Dreiton ist, gab mir die Möglichkeit, den Sound auf CD zu knallen. Die CD heißt the Shriek – 3rd Generation.

Und wie kam es zu Traumschall?

He, nicht so stürmisch, junger Skywalker! Jedenfalls war die 303 dann irgendwann ausgeschöpft, worauf ich mir die Workstation QS 300 von Yamaha und den Quasimidi Sirius gezockt habe. Sehr schöne Teile. Vor allem die QS 300 bietet einem sehr viele Möglichkeiten. Irgendwann waren dann aber auch diese beiden Kollegen ausgeschöpft. Und etwas anderes musste her. Weil ich aber mittlerweile Student war und kein Geld für teure Profisynthesizer hatte, entschloss ich mich, es mit etwas komplett neuem zu versuchen. Zu der Zeit war gerade die Software Reason 1.0 von Propellerheads erschienen. Die Software bietet einem ein gesamtes Studio im Rechner und ist wirklich erschwinglich. Reason überzeugte mich vom ersten Tag an. Bereits nach kurzer Zeit mit Reason hatte ich meine erste CD fertig.

…und die hieß?

Es freut mich, dass Du mir diese Frage stellst. Die CD heißt the Shriek - Reincarnation!

Und wie kam es denn nun zu Traumschall?

Das geht Dich nen feuchten Fuzzi an, du Pfeife! ...Das war natürlich nur ein Spaß... Du Trottel. Nach einiger Zeit merkte ich, dass meine Musik immer mehr von Techno abkam und ihren eigenen Weg suchte. Also nahm ich mir ein Jahr Auszeit, um herumzuexperimentieren und herauszufinden, wohin die Reise gehen sollte. Letztendlich kam dabei ein Sound heraus, der wesentlich emotionaler und cooler als der bisherige ist. Da dieser Sound ganz anders als der von the Shriek war, musste ein neuer Name her. Es sollte ein deutscher Name sein, weil ich damit auch das Markenzeichen „Made in Germany“ wieder etwas hochhalten möchte. Außerdem sollte der Name nicht zu hart oder böse klingen. Das erste, was mir dabei in den Sinn kam war „Traumschall“.

Haben Sie irgendwelche Ideale, an die Sie sich halten?

Eine sehr interessante Frage, Dummbaz. In der Tat habe ich einige Ideale, an die ich mich halte:

  • Keine Kopien. Die Musik muss zu 100% auf meinem Mist gewachsen sein.
  • Keine Message. Andere wollen mit ihrer Musik sagen, dass man sich lieb haben soll oder Satan jedem in den Hintern tritt. Ich finde, wenn die Musik Spaß macht, ist das Message genug.
  • Nicht langweilen. In manchen Genres ist ein Track unter 5 Minuten nichts wert, auch wenn er schon nach 3 Minuten langweilt. Wenn das Material ausgeschöpft ist, ist auch der Track zu Ende! Zack bumm basta!
  • Wiedererkennungswert. Der Sound darf nicht im Einheitsbrei untergehen. Gleich sein kann jeder. Ich möchte anders sein.
  • Keine Wellen. Anstatt auf irgendwelche Wellen aufzuspringen, versuche ich lieber, selbst welche zu machen. Auch wenn die nicht sonderlich groß sind.


Noch eine Frage: gibt es eine aktuelle CD von Ihnen?

Oh ja, die gibt es. Und die heißt Traumschall - Im Takt Der Zeit

Damit wären wir auch schon am Ende unseres Interviews angekommen. Vielen Dank für die interessanten Fakten und weiterhin viel Erfolg, Herr Traumschall.

Ja, schon gut. Und jetzt mach ne Fliege. Ich brauch nen Kaffe.




 
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